Duschen gehört zum Schwimmen wie das Salz (oder das Maggi) in der Suppe. Was gibt es schöneres, nach einem Training oder einem Wettkampf ausgiebig zu duschen. Dauerduscher stellen hier wahre Rekorde auf. Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, Euch die besten Schwimmduschen der Region vorzustellen - am besten direkt durch Berichte unserer Schwimmer vor Ort.

Habt Ihr einen Duschtest - am besten mit (personenlosem) Foto? Dann sendet ihn an .

Anfang März 2011 besuchten wir das Darmstädter Nordbad im Rahmen des Entega-Cups, einem rennomierten Wettkampf mit guter Besetzung.

Das Bad ist geräumig und bietet auf seinen 8 Bahnen den Schwimmern auch eine elektronische Omega-Zeitmessung mit einer luxeriösen großen LED-Anzeigetafel. Allerbeste Wettkampfbedingungen also. Aber unser sehr spezieller Blick gilt bekanntermassen den Nasszellen: Wie komfortabel sind die Duschen des Schwimmbads? Wie heiß das Wasser, wie hart der Strahl? Wie ist der Wohlfühlfaktor?

Bei Eintritt in die Dusche fällt sofort eine Besonderheit auf: Keine Türen versperren den Weg, die Duschen sind damit auf der einen Seite sicher behindertengerecht auf der anderen Seite laden sie das andere Geschlecht zu einem prüfenden Blick ein. Wobei die Geschlechtertrennung bei den Duschen (durch entsprechende Piktogramme gekennzeichnet) aus Sicht unserer Duschtester ohnehin nur Augenpuder ist: Wurden die "Männerduschen" eher als warm eingestuft, waren die "Damenduschen" eher kalt. Der Verdacht liegt nahe, dass in Darmstadt still und heimlich eine Duschrevolution stattgefunden hat: Die Trennung in Warmduscher und Kaltduscher. An dieser Stelle könnte der geneigte Betrachter den Einwand vorbringen, man könne ja an jeder Dusche die Temperatur innerhalb gewisser Grenzen individuell wählen. Da dies das revolutionäre Duschkonzept jedoch beeinträchtigen würde, hat man daher konsequent auf eine Temperaturregelung an den Duschen verzichtet. Keine Türen, keine Temperaturregelung: Ein minimalistischer Ansatz.

Das Ambiente der Dusche lässt bei den Besuchern Urlaubserinnerungen hochkommen - so ähnlich sehen Duschanlagen auf Campingplätzen des öfteren aus. Farblich dominiert ein verblichenes Weiß mit gelblicher Note. Die Chromarmaturen sind mit einer dicken Kalkschicht überzogen. Nein, schön ist das nicht.

Das Fazit daher: Geduscht wird lieber zuhause, die Darmstädter Duschen spart man sich besser.

Dennoch werden wir sicher nächstes Jahr wieder gerne den Wettkampf besuchen, denn der Ausrichter hat einen sehr schönen Wettkampf auf die Beine gestellt und hat nur wenig Einfluss auf den Zustand des Austragungsorts.

 

Die Männerdusche

 

Bedienungsmöglichkeiten: An/Aus

 

Naßzelle

 

Gepflegte Campingplatzatmosphäre

 

Hilfe, bitte entkalke mich schnell!

 

 

 

Ich war mal ein schönes Schild

Grötzingen ist  so etwas wie der Notnagel wenn es um Austragungsorte von regionalen Meisterschaften geht. Wenn nichts besseres gefunden wird, finden DMS oder Bezirksmeisterschafen eben im Karlsruher Vorort statt (und besser ein altes Bad als gar kein Bad). Also wirklich die letzte Wahl? Wenn es nach dem Duschen geht könnte das wohl so sein.

Auf den ersten Blick kann man die Dusche noch als revolutionär ansehen. Der Duschkopf, der einem Ausleger von einer Kabelpritsche gleicht, hat man wohl so noch nie gesehen. Doch bei genauerem Test der kompletten Anlage fallen einige Mängel und Ungereimtheiten sofort ins Auge. Der Zahn der Zeit nagt wohl auch an dieser Dusche. Vom Wärmegrad her mögen 11 von 12 Duschen noch in Ordnung sein, doch leider blieb eine Warmwasserdusche komplett kalt. Und das obwohl der Knopf einen roten Punkt zeigt.

Sechs Temperaturregelbare Duschen plus eine mit Kabine (und altmodischem Plastikstuhl) lassen sich stufenlos regeln, sehen aber schon etwas abgegriffen aus. Vor allem der Fliesenbereich rund um die Regelung wurde während der Jahres etwas in Mitleidenschaft gezogen. Ein Blick auf den Boden zeigt ausreichend Möglichkeiten für das Wasser um wieder abzulaufen. Aber ein Abfluss ist ziemlich verstopft, so kann das Wasser nur erschwert wieder zurück gelangen. Auch ein schneller Blickwechsel an die Decke verheißt nichts gutes. Die Lamellendecke hat sich an einigen Stellen schon einem Farbwechsel unterzogen. Dass die Haupthähne der Dusche auch dringend saniert werden müssen ist nach einem harten Wettkampf dann auch nur noch Nebensache.

Der einzige Lichtblick ist der, dass es eigentlich gar keinen gibt. So bleibt zumindest die große Hoffnung auf eine groß angelegte Modernisierung in der nächsten Zeit.

 

In der Gesamtschau eigentlich nicht übel

 

Abnutzungsspuren trotz Edelstahl

 

Modell Kabelpritsche

 

Kein Baumangel, sondern Objektivqualität: Krumme Wände

 

Ästhetische Anordnung von Duschknopf und Seifenhalter

Mehr Duschtests gibt es hier

Kein Modell von der Stange, das steht beim Öffnen der Tür zur Herrendusche im Gaggenauer Murganabad sofort fest.
Während das Schwimmbecken - tiefergelegt wie ein Scirocco - das Alter des Bades nicht verhehlen kann, wurde bei den Duschen vor nicht allzu langer Zeit Hand angelegt. Man mag die Worte des Auftraggebers an den Architekten noch nachhallen hören: "Mach mir nicht einfach eine Dusche, Duschen ist mehr, als Wasser auf die Haut zu bekommen." - Wie wahr. Und so fällt als erstes die mosaikhafte Anordnung von farblich aufs allerfeinste abgestimmten Quadraten auf (dass die Farben ansonsten im Bad keine Rolle spielen, lässt sicher nur Feingeister erschüttern). Gleich im Eingangsbereich finden sich Accessoires, die geizigere Naturen den Badegästen gerne vorenthalten: Eine lange Reihe von Haken für Schwimmmbeutel und Co. und eine ebenso lange Ablage (Pedanten mögen vielleicht bemängeln, dass man nicht immer 7 Meter laufen möchte, um das Duschgel von der Ablage zu holen, und dort wieder hin zu stellen, aber das soll dem ganzen keinen Abbruch tun) und eine kleine Parkbank lädt zum Verweilen ein.
 

Nach der Eingangshalle verzweigt die Duschanlage nach links und rechts. Spätestens hier folgt die zweite Überraschung, die nahelegt, dass der Architekt wirklich Ambitionen hatte, den Badegästen eine Dusche hinzustellen, die er am liebsten gerne im eigenen Heim gesehen hätte: Optisch gefällige Rundelemente fügen sich visuell erstklassig in den Duschraum ein und fungieren als Sichtschutz.

Auch funktional fanden unsere Duschtester nichts auszusetzen: Das Wasser war heiß (auch an mehreren getesteten Duschen), der Strahl war hart - vielleicht für kleinere Kinder etwas zu hart (so zumindest das Urteil des Junior-Testers, Jg. 2002) und die Duschdauer betrug 15 Sekunden pro Auslösung. Kein Rekordverdächtiger Wert, ein wenig schwäbisch vielleicht (aber Mutterstadt mit an 3 Duschen gemessenen 5(!) Sekunden ist hier immer noch Rekordhalter).
Fazit: Diese Dusche macht definitiv Spaß, ein optischer Leckerbissen und technisch ebenfalls voll auf der Höhe der Zeit.

 

Eingangsbereich mit Kleiderhaken, Ablage und Sitzgelegenheit

 

 

Harmonie der Farben

 

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Varianten von Duschköpfen es gibt.

 

Kein Modell von der Stange: Designer-Dusche in Gaggenau

Rastatt (Januar 2011)

Immer wieder gerne kommt man ins Alohra nach Rastatt zum traditionellen Neujahrsschwimmen gegen Ende Januar. Schöne Organisation des Wettkampfes, ein sehr schönes Bad und eine wahrlich hochkarätige Duschanlage! Man sagt ja immer „Qualität statt Quantität“, doch in Rastatt heißt es eindeutig „Qualität UND Quantität“.

Erst einmal lädt der schöne, weiche und dünne Strahl der Duschen dazu ein etwas länger zu bleiben. Stufenlose Regelung der Temperatur mit beliebigem An- und Ausschalten via Knopfdruck zeigen wie eine Dusche in der Moderne auszusehen hat. Dazu hat man im Alohra auch noch nie irgendwelche Temperaturschwankungen feststellen können, wie es bei uns daheim leider öfters mal moniert wird.

Mit geschätzten 32-35 m² ist die Anlage eine der größten in der Region. Getrennt durch einen gefliesten Mauerwall  (mit insgesamt 40 Kleiderhaken und eine langen Duschgelablage) in der Mitte bieten je fünf Duschen links und rechts ausreichend Platz um auch mal in einer großen Gruppen zu duschen und sich dabei nicht auf den Füßen herum zu treten. Doch noch nicht genug. Drei zusätzliche Kabinen bieten noch mehr Möglichkeiten um auch etwas zurückgezogener sich berieseln zu lassen. Eine Kabine wurde extra für Familien eingerichtet, sie ist daher etwas größer und besitzt auch eine Handbrause zum Abduschen von Kleinkindern.  Durch eine angrenzende Toilette inklusive Waschbecken, die direkt erreichbar ist, bietet die Dusche somit den größtmöglichen Komfort den man sich nur wünschen kann. Ein Taschenregal beim Betreten von der Badseite aus wäre zwar noch nett, aber aufgrund der großen Fläche nicht zwingend notwendig. Hier findet jeder einen Platz um seine Tasche zu deponieren und sich in das Erlebnis zu stürzen.

Das farbliche Design mit weißen Fließen und kultigem Alohra-Türkis wirkt schlicht aber hervorragend. Es ist immer wieder toll sich nach einem harten Wettkampf noch etwas Gutes zu tun. Diese Duschen machen es absolut möglich. Von daher kann man diese Anlage ohne weiteres in die Internationale Klasse einstufen! [TL]

Hell und freundlich: Dusche Rastatt

 

Detailansicht Auslösemeachnismus

Nicht nur Lateiner begreifen, was das Wesentliche am Duschen ist...

 

und wenns mal schnell gehen muss, weiß man sofort, wo es lang geht...

Mit Raumteiler....

... eine großzügige Duschanlage....

 

Die Reihe wird fortgesetzt....

Mutterstadt (November 2010)

Duschen Pfälzer anders? Das wollten wir am 14. November 2010 wissen. Zu diesem Zweck begab sich unser Duschentestteam in das Aquabella in Mutterstadt. Das Aquabella hat wie das Rheintalbad eine bewegte Geschichte hinter sich. 1969 erbaut hatte sich ein gewisser Modernisierungsstau gebildet, der dann in Form einer Sanierung aufgelöst wurde. Das hatte zwar seine schlechten Seiten (aus dem stolzen 50m-Freibad wurde ein 25m-Tretbecken mit 2 Bahnen) aber auch seine guten - das Schwimmbad gibt sich hell mit großzügigen Glasflächen, freundlich mit bunten Sonnensegeln an der Decke. Farblich herrscht ein aufgeklärter Ekklektizismus (Achtenhagen): Türkise Fenster- und Türrahmen harmonieren durchaus mit dem Gesamtensemble. Wie - so unsere Leitfrage - sieht nun die Dusche aus? Wir konnten Innovationen feststellen! Zunächst aber die Basics: Harter Strahl aus allen Rohren, und dazu noch heiß - unsere Tester schnurrten ob dieser Gegebenheiten. Völlig einmalig dagegen das Duschleitsystem: Hat sich in der Dusche dichter Nebel gebildet, helfen einem gelbe Leitplanken, sich in die korrekte Duschbucht einzuorndnen. Das ist wirklich vorbildlich und wurde so bei Badischen Duschen noch nicht beobachtet.

Was die Duschdauer angeht, zeigen sich die Pfälzer mit den Schwaben verwandt: Die durchschnittliche Duschdauer - getestet an 3 Duschen - beträgt 5 Sekunden. Hier wäre sicherlich ein Hinweis hilfreich gewesen, dass der - im übrigen sehr leichtgängige - Auslöser grundsätzlich mit dem Rücken bedient werden sollte, damit der Reinigungsvorgang nicht in einem Stop&Go-Prozess mündet.

Bemerkenswert ist noch, dass in Mutterstadt ein Triple-Strahler zum Einsatz kommt (siehe Detailbild), während in den meisten anderen Bäden, das Single-Shot-System bevorzugt wird. Ob der Strahl dadurch nun als angenehmer empfunden wird, konnten unsere Tester jedoch nicht mitteilen.

Die Farbgebung in der Dusche ist pastellgelb-weiss. An sich stimmig, die Kombination mit dem in der Schwimmhalle dominanten türkis eher avantgardistisch oder - wie oben erwähnt - aufgeklärt ekklektizistisch.

Der Sauberkeitseindruck ist gut, alles hell und freundlich - hier kommt der Duscher gerne wieder.

Fazit: Allein wegen des innovativen Duschleitsystems ist Mutterstadt einen Duschbesuch wert.

Duschen Pfälzer nun anders? Ein bischen schon, finden wir. [AW]

Saubere Sache: Duschleitsystem

Verständlich: Oben Temperatur wählen, unten Drücken (Hersteller: Franke)

Detail: Triple-Strahler mit Colani-ähnlichem Design

 

Die Reihe wird fortgesetzt....

 

Waghäusel (Oktober 2010)

Die Dusche im Rheintalbad Waghäusel ist die "Heimatdusche" des SSV. Nach der umfangreichen Sanierung des Schwimmbads zeigte sich die Dusche zunächst als ein sehr individuelles Exemplar: Wechselduschen mit längeren Kaltphasen gehörten zum Standardrepertoire, was regelrechte Verschwörungstheorien erblühen ließ: "Die Duschen werden immer dann kalt, wenn zuwenig Schwimmer im Wasser sind", so ein ernsthaft gemeinter Erklärungsversuch. Doch seit ca. 2 Jahren bedeutet kalt kalt und heiß auch zuverlässig heiß (und nicht mehr nur lauwarm). Mehr noch: Neben einem heißen und harten Strahl - aus allen Duschen (!) - glänzt die Waghäuseler Duschanlage im wahrsten Sinne des Wortes durch vorbildliche Sauberkeit, hier ist alles wie geleckt. Die Farbgebung ist gedeckt: Terracottatöne bei den Bodenfliesen harmonieren mit pastellgelben Raumteilern und großformatigen weißen Fliesen. Als besonderes Accessoire (nicht im Bild) verzieren zwei Vorhänge in SSV blau-weiß vor dem Ausgang zum Schwimmbecken den Raum und bewahren Passanten vor dem Anblick von zuviel nacktem Fleisch. Einmalig ist die Kindersicherung: Um die Dusche in Gang zu setzen, muss ein Anpressdruck von gefühlten 240 Nm auf den Auslösemechanismus appliziert werden, was nur von größeren Kindern und Erwachsenen mit Anstrengung geleistet werden kann. Die Duschdauer pro Auslösung beträgt ca. 30 Sekunden, so dass nach einem ordentlichem Duschvorgang der Handballen (oder Rücken, je nach Temperament und Vorliebe des Nutzers) schon mal zu glühen beginnt.

Fazit: Wegen der stets optimalen Sauberkeit und der technisch vorbildlichen Ausführung: Beide Daumen hoch für das Rheintalbad Waghäusel. [AW]

 

Sauber und funktional: Dusche im Rheintalbad Waghäusel

Detail: Auslöser mit Kindersicherung

 

STUTENSEE (Oktober 2010)

Den Anfang macht die Dusche in Stutensee, die am 23. Oktober 2010 besichtigt wurde - im Rahmen eines schönen Wettkampfs. Die Dusche ist sicherlich auf den ersten Blick eher funktional gehalten - die Optik ist schnörkellos weiß mit orangen Akzenten. Unaufdringlich und sachlich zugleich weist den Benutzern ein Schild den Weg in die "Schwimmhalle". Die Wände sind mit weißen, mittelformatigen Fliesen verziert, ebenso der Boden, nur dass hier die Farbe ins cremefarbene wechselt. Die Dusche will kein Wohlfühltempel als vielmehr das sein, für das sie konzipiert war: Eine Dusche. Die Wassertemperatur wurde von unseren Probanden als "angenehm warm" beschrieben. Der Wasserdruck dagegen variierte ja nach Duschkopf (gut auf dem Foto zu sehen: die Modelle mit und ohne Perlator)- war jedoch im großen und ganzen ok und die Bedienung der Temperatureinstellung - klassisch als Drehknopf ausgeführt - gab keine Rätsel auf. Absolutes Highlight - so unsere Duschtester - war der annähernd 3minütige Betrieb der Dusche nach Betätigung des leichtgängigen Auslösers. Kein Vergleich zu Schwimmbädern, die mit Gewalt die Heizkosten senken wollen: Hier ist der Schwimmer noch König und kann nach Herzenslust seinem Hobby frönen. Daher: Daumen hoch für Stutensee! [AW]

 


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